Fahrradtour zu Berliner Mietshäusersyndikats-Projekten

Auch wenn der Berliner Immobilienmarkt weiterhin wenig Raum für die Entwicklung neuer MHS-Projekte lässt, lassen wir uns nicht beirren. Wir treffen uns regelmäßig, Corona hin oder her, vernetzen uns, tauschen Infos, tragen unsere Forderungen in den politischen Raum, nun schon seit über einem Jahr. In einer Stadt, die Hausprojektinitiativen so wenig unterstützt wie Berlin, wo Initiativen immer wieder aufgeben, weil sie keine Chance haben, ihre Pläne zu verwirklichen, ist das ein großer Erfolg. Dabei stehen wir auf den Schultern einer Vielfalt an Hausprojekten, die es trotz widriger Bedingungen auch in den letzten Jahren durch unermüdlichen Einsatz und hohes Risiko von bunt zusammengefüllten Kollektiven geschafft haben, die Idee des Mietshäusersyndikats umzusetzen und gemeinschaftliches und selbstverwaltetes Wohnen zu dauerhaft günstigen Mieten zu verwirklichen.

Einige Menschen vom Ini-Netzwerk vor dem Gebäude des Hausprojekts Magda in LichtenbergBei strahlendem Herbstsonnenschein haben wir uns am Sonntag, den 4. Oktober auf eine Zweiradtour quer durch Berlin begeben und drei bestehende MHS-Projekten besucht: Die Magda in Lichtenberg, die Seume14 in Friedrichshain und die Kumi13 in Schöneberg. Dabei sind wir vor Ort ins Gespräch mit freundlichen Gastgeber*innen gekommen und haben viele Gedanken und Erfahrungen ausgetauscht – zu Kauf und Betrieb der Häuser, zu Gruppendynamiken und –prozessen sowie zur politischen Vernetzung im Kiez und in der Stadt.

Einige Erfahrungen glichen sich von Haus zu Haus. So brauchte es in allen Projekten zu Anfang mutige Schritte: Kaum bekannten Mitstreiter_innen zu vertrauen, als Gruppe zu schnellen Entscheidungen zu kommen, unter Druck Verhandlungen zu führen. Auch nach dem Kauf ist ein kreativer Umgang mit unvorhergesehenen Hindernissen gefragt – nicht zuletzt, wenn Behörden und Nachbar_innen den Projekten Steine in den Weg legen. Dazu kommen manchmal Spannungsfelder wie der Umgang mit bestehenden Bewohner_innen, die vielleicht lieber verwaltet werden wollen, und mit alten Mietverträgen, die von Neuankömmlingen querfinanziert werden müssen. Trotz der Einbindung von Altmieter_innen bleibt die milieuübergreifende Entwicklung der Projekte ebenso wie die Vernetzung der Projekte untereinander eine voraussetzungsvolle Aufgabe. Wir haben gelernt, dass ein pragmatischer Ansatz in Sachen Entscheidungsfindung hier helfen kann. Wie Hausprojekte insgesamt noch diverser werden und wie beispielsweise Kinder in Entscheidungsprozesse eingebunden werden können, nehmen wir hingegen als offene Fragen mit.

Es gibt viele Hindernisse, aber auch viele motivierte und engagierte Menschen, die in den letzten Jahren Hausprojekte gegründet haben. Herzlichen Dank allen Beteiligten – auf verbesserte Bedingungen und viele neue Projekte in den kommenden Jahren!

 

Wir machen weiter – trotz Corona

Auch wenn Vieles gerade auf Sparflamme läuft: Das Netzwerk Berliner MHS-Initiativen trifft sich weiter! Weil wir die Verbreitung des Virus natürlich nicht vorantreiben wollen, verzichten wir auf physische Treffen und machen stattdessen Videokonferenzen.

Das nächste digitale Treffen findet statt am Donnerstag, den 16.04.2020.
Mehr Infos dazu kommen rechtzeitig über unsere Mailingliste.

Du bist noch nicht auf der Mailingliste? Dann schreib uns gern eine E-Mail.

2020 – und weiter geht’s!

Nach einem erfolgreichen Jahr 2019 trifft sich das Netzwerk Berliner MHS-Initiativen auch im neuen Jahr wieder regelmäßig am dritten Donnerstag des Monats.
Das nächste Treffen findet also am 16.01.2020 im Nachbarschaftshaus Urbanstraße statt.

Und auch sonst gibt es schon ein paar tolle Termine:

  • Vom 17. bis 19.01.2020 findet die Mitgliederversammlung des MHS in Berlin statt; am Samstag, den 18.01. macht das Netzwerk dort einen Workshop und betreut den Kneipen-Abend ab 20 Uhr im Bilgisaray, Oranienstraße 45
  • Am 16.02.2020 findet der ZUKUNFTstag des Netzwerks im Aquarium statt

Alle Interessierten, die bisher noch nicht bei einem Treffen waren, können sich gern per E-Mail melden: berliner-initiativen@syndikat.org

 

ZUKUNFTstag

Anfang 2020 wird es für das Netzwerk Berliner MHS-Initiativen Zeit, einen Blick zurück auf das bisher Erreichte zu werfen und neue Visionen für die Zukunft zu entwickeln. Seid dabei!

🏰 Am Sonntag, den 16.02.2020, 10.00 – 16.00 Uhr 🏰

Endlich Zeit für ein vertiefendes Kennenlernen, einen Blick darauf, was bisher geschah, und für das Spinnen von Visionen für unsere weitere Netzwerkarbeit!

Eingeladen sind alle, die nach dem Modell des Mietshäusersyndikats in Berlin selbst bauen wollen, also alle Mitglieder der vernetzten Initiativen sowie des Unterarbeitskreises „Selbstverwaltet Bauen und Wohnen auf dem Dragoner Areal“.
Wenn Ihr Interesse habt, aber noch nicht auf dem Verteiler angemeldet seid, meldet euch bitte per E-Mail an:
berliner-initiativen@syndikat.org